Death Cab For Cutie: The Open Door EP (24.04.2009, Atlantic/Warner)
Außen vor zu bleiben war schon immer doof, das wissen wir alle. Ob man nun beim Schulsport als Letzter in den sonst so erlesenen Kreis einer Zweifelderballmannschaft gewählt oder ob man als angehendes Model von C&A einfach nicht gebucht wurde: nicht ins Gesamtkonzept zu passen hört man gar nicht gern und trübt Stimmung sowie Selbstbewusstsein.
Vielen Bands und Musikern geht es ähnlich: sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und so werden Großartigkeit und Spirit einiger Songs leider verkannt und ins Nirvana geschickt.
Death Cab for Cutie beweisen in dieser Hinsicht nun aber Herz, wenn nicht sogar Verstand und schicken 5 ihrer nicht zum Rest des letzten Longplayers „Narrow Stairs“ passenden Songs nicht auf die musikalische Müllhalde.
5 Songs, die nicht auf „Narrow Stairs“ sollen, sei es aus Platzgründen oder weil sie eben doch von den 11 anderen Tracks überholt wurden, haben es als kleines Zusatzalbum zum Glück noch auf „The Open Door EP“ geschafft.
Denn Titel wie „Little Bribes“ oder „A Diamond and a Teither“ sind es unbestreitbar wert, veröffentlicht zu werden, strahlen sie doch eine hinreißend sommerliche Leichtigkeit aus, dass man auf Arbeit glatt Vergnügen haben könnte, sofern der Chef Musikhören duldet. Ein bisschen Indie, ein bisschen
Country und Folk, und ein Hauch Rock’n’Roll und Pop machen das Quintett zu einem wohlig warmen Sommerminialbum.
Freundlich, wie Death Cab for Cutie’s Art nun mal ist, beginnt und endet es, hat aber Rückgrat und macht Spaß, da hier sogar Akustik auf Sonnenschein trifft, Benjamin Gibbards Stimme trotzdem warme Melancholie bedeuten kann, ohne in irgendeine Schiene gedrückt werden zu müssen und auch diese Songs nebst Freude am eigenen Dasein etwas Besonderes und Unbeschwertes mit sich bringen.
Wer diese EP besitzt, beherbergt einen kleinen Schatz. Vergleiche mit „Narrow Stairs“ sind irrelevant, da die Gründe für die Entscheidung zu einer separaten EP nun mehr als bekannt sind. Ein Minialbum, das in seiner Herrlich- und Freundlichkeit mal wieder ganz für sich alleine steht. Ein Außenseiter, zwar im Schatten von Narrow Stairs, aber trotzdem aus der Feder von Death Cab for Cutie. Beide Alben sind aus einem Holz geschnitzt und so ist der Außenseiter eben doch wieder Teil der Familie.
Julia Fischer für Valve-Magazine.net
Bewertung: 4/5
Tracklist:
1. Little Bribes
2. A Diamond And A Tether
3. My Mirror Speaks
4. I Was Once A Loyal Lover
5. Talking Bird (Demo)
www.myspace.com/deathcabforcutie
www.lastfm.de/music/Death+Cab+for+Cutie

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